Was das steigende Brandrisiko für uns bedeutet

In großen Teilen Europas wüten Waldbrände. Bedingt durch den Klimawandel brennen Wälder so intensiv und so hoch im Norden wie nie zuvor. Aber für uns im nördlichen Europa gibt es bisher kaum Strategien für den Umgang mit dem erhöhten Risiko. Deshalb befassen sich 39 internationale Forscherinnen und Forscher im Rahmen des „FirEUrisk“-Projekts mit diesem Thema. Sie möchten aus Erfahrungen südeuropäischer Länder lernen und entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeiten.

Bedingt durch den Klimawandel entstehen aktuell Brände von hoher Intensität so weit im Norden wie nie zuvor (Bildquelle: FirEUrisk)

In Portugal brannte es bis Ende Juli auf einer Fläche von 70.000 Hektar. Und Spanien verzeichnete mit 352 Bränden und 229.645 Hektar verbranntem Land die schlimmsten Feuer seit 25 Jahren. Laut dem Senckenberg-Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Hickler zeigen die  Ereignisse der letzten Jahre, dass die von der Wissenschaft vorhergesagten Veränderungen, wie der Rückgang der Niederschläge und das Auftreten wiederholter und langanhaltender Hitzewellen durch den globalen Klimawandel zu einer ‚neuen Normalität‘ werden“. Und der Koordinator des Projektes „FirEUrisk“, Prof. Dr. Domingos Xavier Viegas von der Universität Coimbra (Portugal), prognostiziert, dass das Brandrisiko in naher Zukunft um das Dreifache steigt. Ihm zufolge dürften zwei- bis dreimal häufiger Tage mit sehr hohem bis extremem Brandrisiko erleben, so dass wir unsere Ökosysteme und die Gesellschaft schnellstmöglich darauf vorbereiten sollten.
Unter anderem auf der Grundlage der Erfahrungen der Mittelmeerländer entwickeln nun die Experten und Expertinnen Leitlinien, Richtlinien und Empfehlungen zur Eindämmung des Brandrisikos. Diese Strategien sollen an Pilotstandorten und in Demonstrationsgebieten erprobt und umgesetzt werden, um alle europäischen Länder an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.

Das Schlimmste verhindern

Mithilfe von Prognosen für die nächsten 30 bis 50 Jahre soll die Gesellschaft erfahren, was auf sie zukommt und welche Handlungsoptionen es gibt, um den Veränderungen des Brandwetters und der immer größer werdenden Gefahr von Waldbränden zu begegnen. „Wir müssen endlich verstehen, dass der Klimawandel unsere Lebenswirklichkeit massiv beeinflussen wird und wir uns anpassen müssen. Gleichzeitig müssen wir unsere Treibhausgasemissionen drastisch verringern, um das Schlimmste noch zu verhindern. Ein „Weiter so“ könnte katastrophale Folgen haben“, so Hickler.

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