30 Jahre Kulturelle Landpartie im Wendland

 

Landpartie
Bildquelle: M. Doobe

Kennst du das Wendland? Es liegt im Osten der Lüneburger Heide im Urstromtal der Elbe. In diesem wunderschönen Landstrich, das die höchste Künstlerdichte im ländlichen Deutschland aufweisen soll, ist einiges los. Zum Beispiel findet dort seit 30 Jahren einmal im Jahr zwischen Himmelfahrt und Pfingsten die Kulturelle Landpartie statt. Der Besuch dieser einzigartigen Kulturveranstaltung lohnt sich.

Früher war das Wendland Zonenrandgebiet – ländlich geprägt und wenig beachtet. Überregional bekannt geworden ist dieser Landstrich Anfang der 80er dann aber durch Proteste gegen das Atommülllager in Gorleben. Und seit 1989 macht das niedersächsische Wendland zusätzlich in Sachen Kultur von sich reden: Seit 30 Jahren findet hier die sagenhafte Kulturelle Landpartie statt. Dieses deutschlandweit wohl größte selbst organisierte Kulturfestival bot auch in diesem Jahr wieder interessante Veranstaltungen: von Protesten gegen Kernkraft über Lesungen, Konzerten und Theatervorstellungen bis hin zu eindrucksvollen Kunstpräsentationen und Handwerkskunst. An über 100 Punkten in 70 Dörfern im Landkreis Lüchow-Dannenberg kamen 12 Tage lang unzählige Besucher, um die Kulturelle Landpartie fernab von Hektik an diesem besonderen Fleckchen Erde zwischen Elbe und Jeetzel zu genießen. In diesem Jahr wurden gleich drei Jubiläen gefeiert: So fand zum fünften Mal die Kulturelle Widerstandspartie am Erkundungsbergwerk Gorleben statt. Und weil die Kulturelle Landpartie in diesem Jahr 30 wurde, feierte sie diesen an ihrem „wunden Punkt“, nämlich in Gorleben u. a. mit einer Modenschau der besonderen Art: So wurden zum Beispiel mit Demo-Kleidung 30 Jahre kultureller Widerstand wieder lebendig.

„Albrecht, wir kommen“

Dem dritten Jubiläum hat man u. a. eine Ausstellung mit dem Titel „Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach“ gewidmet: Es ist jetzt 40 Jahre her, als unter dem Motto „Albrecht, wir kommen“ ein Konvoi aus Treckern und Fahrrädern sich auf den weiten Weg nach Hannover machte, um in der Landeshauptstadt Front gegen die damaligen Atompläne zu machen. Am 31. März 1979 fand dann in Hannover die seinerzeit größte Demo gegen Kernenergie in der Bundesrepublik statt. Die Ausstellung, die im Kreishaus in Lüchow noch bis zum 30. Juni zu sehen ist, zeigt u. a. viele Zeitzeugen-Interviews, historische Fotos und Filmdokumente. Dabei geht es zum einen um den Rückblick, aber auch um den Blick in die Zukunft, denn die Frage „Wohin mit dem Atommüll? ist nach wie vor nicht beantwortet.

Wer mehr Infos über die Kulturelle Landpartie möchte, findet sie hier.

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