Wie wir uns selbst beeinflussen können

Mind
Bildquelle: Lena Doobe

Stell dir vor, du wärst mit einem lieben Menschen an einem bestimmten Ort, vielleicht in einem Fahrstuhl. Dann beeinflusst das deine Einstellung zu diesem Fahrstuhl. Wenn du dann wirklich Fahrstuhl fährst, magst du diesen Ort viel lieber als vorher. Deine Vorstellung beeinflusst also tatsächlich Erlebtes. Das haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden.

Wenn wir nur in unserer Vorstellung an einem neutralen Ort sind – mit einer Person, die wir sehr mögen, übertragen wir den emotionalen Wert, den diese Person für uns besitzt, auf diesen Ort. Und dabei müssen wir das Ganze nicht einmal in Wirklichkeit erlebt haben. Unsere Ansichten lassen sich also nicht nur durch Erfahrungen beeinflussen, sondern allein schon durch unser Vorstellungsvermögen. Diesen Zusammenhang hat ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und von der Harvard University herausgefunden. Die Wissenschaftler zeigen in ihrer Studie, wie reine Vorstellungen dazu führen, dass Dinge positiver bewertet werden.
Wie dieser Mechanismus im Gehirn funktioniert, konnten die Forscher anhand von MRT-Daten aufzeigen. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine Region im vorderen Hirnbereich. Hier werden Informationen etwa über einzelne Personen und Orte unserer Umwelt gespeichert, vermuten die Wissenschaftler. Diese Gehirnregion bewerte auch, wie wichtig die einzelnen Personen und Orte für uns sind.

Entscheidungen treffen und Risiken vermeiden

Und warum befassen sich die Forscher mit diesem Phänomen? Sie möchten die Fähigkeit des Menschen besser verstehen, von der Vorstellungskraft ebenso zu lernen wie durch Erlebtes. Das könne bei der Entscheidungsfindung und der Vermeidung von Risiken helfen. Die Kraft auch negativer Gedanken zu erforschen, könne der nächste Schritt sein. Wichtig sei auch die Beantwortung der Frage, welche Folgen der beschriebene Mechanismus etwa für Menschen hat, die sich tendenziell eher negative Vorstellungen von ihrer Zukunft machen.

Über dieses Thema haben die Forscher einen Beitrag in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.
Nachlesen kannst du den Beitrag hier.

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