Schätzen wir unsere zukünftige Lebenszufriedenheit richtig ein?

Glück
Bildquelle: Mark Zamora/unsplash | CC0

Beurteilen es frisch Verheiratete richtig, wie sie sich in einigen Jahren ihrer Ehe fühlen werden? Nein, das gelingt ihnen nicht. Ökonomen von der Uni Basel haben herausgefunden, dass Menschen mit der Bewertung ihrer zukünftigen Lebenszufriedenheit oft falsch liegen – egal, ob nach positven oder negativen Erblebnissen.

Diese Einschätzung kann aber einen großen Einfluss aufs zukünftige Leben ausüben. So könnten Fehlbewertungen zu falschen Entscheidungen führen. Denn eines werde meist nicht berücksichtigt: Egal, ob es sich um positive oder negative Lebensereignisse handelt – der Mensch gewöhnt sich an alles – auch wenn er es sich kaum im Moment der jeweiligen Erfahrung vorstellen kann. Und diese Tatsache führt oft zu Entscheidungen, die anders getroffen worden wären, wäre man sich darüber bewusst gewesen, dass in jedem Fall ein gewisser Gewöhnungsprozess eintritt.

Was lernen wir daraus?

Eines klingt logisch: Menschen dürften sich in manchen Lebenssituationen anders entscheiden, wenn sie wüssten, wie schnell sie sich an bestimmte Veränderungen gewöhnen. Außerdem gelingt die Einschätzung des künftigen Lebens schlechter, wenn zum Beispiel zwischen Aktivitäten und Gütern entschieden werden muss, an die man sich vielleicht ganz unterschiedlich gewöhnt hat. So haben die Wissenschaftler beispielsweise herausgefunden, dass die Menschen sich stärker an materielle Güter gewöhnen als ans jeweilige soziale Umfeld.
In dieser Studie verglichen Forscher die prognostizierte Lebenszufriedenheit mit der fünf Jahre später tatsächlich realisierten Lebenszufriedenheit der Befragten. Dabei konzentrierten sie sich auf Menschen, die zum Zeitpunkt der Befragung große Lebensereignisse wie Heirat, Tod des Partners, Invalidität, Arbeitslosigkeit, Trennung oder Scheidung erlebten. Dabei zeigte sich, dass sich die Ereignisse auf die vorhergesagte Zufriedenheit langfristig schwächer auswirken als von den Befragten angenommen.
Insgesamt wurde deutlich, dass sich Menschen systematisch verschätzen, über welchen Zeitraum das jeweilige Ereignis sie beeinflusst. Es zeigte sich, dass sich die Zufriedenheit der Menschen nach wichtigen Lebenserlebnissen – ob positiv oder negativ – im Großen und Ganzen auf das langfristige Niveau der Vorjahre einpendelte.
Die Ergebnisse ihrer Studie haben Dr. Reto Odermatt und Prof. Dr. Alois Stutzer von der Universität Basel im Fachblatt „Journal of the European Economic Association“ veröffentlicht.

Nachlesen kannst du den ausführlichen Beitrag hier.

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